11 März 2011

Update - Februar review


Nun sind auch schon 4 Wochen in Queensland rum und es ist schon einiges anders hier als in Sydney. Brisbane entpuppt sich als eher ruhigere Stadt im Vergleich. Das macht sich unter anderem schon an der (minus) einstündigen Zeitverschiebung zu New South Wales bemerkbar. Wer auch immer auf diese Idee gekommen ist dies einzuführen, gehört verbannt. So ist es völlig normal dass die Sonne schon um kurz nach 5:30 Uhr morgens durch die Fenster knallt und es schon um 18:45 Uhr Zeit ist das Licht einzuschalten. Es ist verdammt nochmal Sommer! In Europa sind wir es gewöhnt um 21:30 Uhr den letzten Sonnenstrahlen beim Untergang zuzuschauen. 



So kommt es auch dass die Menschen dementsprechend einen anderen Rhythmus hier nachgehen. Viele Geschäfte schließen recht früh. Sogar der Supermarkt in meiner Nähe schließt Samstags um 17 Uhr. Würde ich auf dem Land wohnen oder in Bayern dann könnte ich es teilweise nachvollziehen, aber ich lebe hier in einer 2 Millionen Einwohner Stadt.

Dennoch lässt es sich in Brisbane durchaus gut leben. Das Nachtleben ist klasse, genauso wie die Menschen offen, freundlich, lustig und trinkfreudig. Bezahlbar ist es sogar auch.  Die Innenstadt kann mit seiner Flussnähe, einem teilweise doch ganz guten Nahverkehrssystem und vergleichbar günstigen Mieten punkten. Vor allem ist das Wetter besser als Sydney. In der Innenstadt schön anzusehen sind die krassen Gegensätze zwischen alten Kirchen und einem daneben stehenden modernen Hochhaus.



Quuenslander + Sunroom

Eine Besonderheit die mir in Queensland aufgefallen ist, ist die Bauweise der meisten Häuser. Da die Gegend in und um Brisbane herum sehr bergig ist, und an anderen Stellen doch sehr tief gelegen ist durchaus klar warum es doch einige Flutopfer gab. Jeder baut sein Haus einfach da hin, wo es Ihm gefällt. Dennoch sind die meisten auf eine Überschwemmung Ihres Grundstücks immer vorbereitet. Die meisten Häuser, auch die Älteren die teilweise mehr als 100 Jahre alt sind, sind auf Stelzen gebaut. D.h. was unter dem Haus ist, ersetzt somit den Keller. Selbst in Gebieten in denen die Wahrscheinlichkeit einer Überschwemmung gleich null ist, wird auf Stelzen gebaut. Dies soll für eine gute Belüftung im ganzen Haus sorgen, was bei den durchschnittlichen Temperaturen auch sehr hilfreich sein kann. In unserem Haus, welches auch auf Stelzen gebaut ist, muss ich leider immer wieder feststellen dass leider heißer ist als draußen, was an einer mangelnden Isolierung liegen mag. Selbst die Schokolade schmilzt im Küchenschrank einfach dahin. Doch nicht ganz so vorteilhaft, so ein „Queenslander“-Haus. 



Ebenfalls, was Oliver und mir bis vor kurzem Rätselhaft an unserem Haus war, war ein Zimmer welches sich weder als Schlaf-, Wohn- oder Esszimmer nutzen lassen würde. Unser Haus überhaupt gibt uns jedes Mal Kopfzerbrechen, wer überhaupt auf diese Idee gekommen ist das Haus so zu gestalten. 3 Schlafzimmer, wovon eines ohne Fenster ist, ein Esszimmer mit Durchgang zum Wohnzimmer und dann in die Küche. Ein riesengroßer Vorraum wenn man zur Eingangstür rein kommt, welches Platz für 200 Paar Schuhe bieten könnte und dann kommt dieses eine Zimmer: 8 Fenster, schmaler Durchgang, erreichbar von der Küche, 2 Schlafzimmern (darunter eines ohne Fenster jedoch Fenstertür). Die Vermieterin konnte es uns nicht sagen, bis vorgestern ein Aussie zur Zimmerbesichtigung kam und uns mitteilte, dass das Zimmer ein Sunroom wäre. Ein Raum der sich von 5:50 Uhr bis 8:00 Uhr auf 32 Grad aufheizt, viel Platz bietet und dennoch ungenutzt und Türlos ist. Gemeinsam saß man wohl üblicherweise hier zum Frühstück, um Sonne zu tanken, mit der Familie. Das Esszimmer für den Abendlichen Schmaus, wie auch immer, ein riesen Schmarrn.
Anbei noch eine Skizze mit dem groben Grundriss des Hauses.




Mein Job bei Fragile Removals läuft soweit ganz gut, besser als in Sydney, jedoch könnte es besser laufen (mehr Arbeitsstunden). Dennoch gibt es von Job zu Job, die eine oder andere Überraschung seitens unserer Kunden. Fakt ist das fast jeder Kunde total nett und gesprächig ist. Die Welt ist so groß und doch so klein. Einige waren bereits in Karlsruhe oder überhaupt in Deutschland, andere wiederum kommen von anderen entfernten Ländern oder haben einen Migrationshintergrund. Weitere Überraschungen die wir bereits bei unseren Kunden erlebt haben:

-          Gratis Getränke
-          Gratis Essen
-          Wir durften nach einem Umzug in den neuen Pool des Kunden springen
-          Gratis eiskaltes Bier & Essen
-          Gratis Bier zum mitnehmen nach Hause
-          Möbel für unser noch etwas spärlich eingerichtetes Domizil, darunter auch ein Gefrierschrank und ein Doppelbett für mich
-          70$ Trinkgeld (für jeden 35$)
-          1x Tagesticket inkl. Equipment für Wakeboarding auf einer Cableskianlage ($120)
-          Und einige gute neue Kontakte

Ein regulärer Arbeitstag sieht bei uns bspw. So aus:

7:00 Uhr              Aufstehen – Frühstücken – Anziehen
7:30 Uhr              Ab zum Kunden mit dem Truck – Vertragsformular vorbereiten und Kunden anrufen.
8:00 Uhr              Kunde zeigt was alles mit muss und ich gehe mit Ihm durch den Vertrag.
12:00 Uhr            Truck voll geladen – Abfahrt zum Abladeort – Abladen – Vertrag finishen und                                                abkassieren
16:00 Uhr            Feierabend

Je nach Größe der Zimmer dauert ein Auftrag auch nur 3-4 Stunden und wir nehmen somit auch 2 Aufträge am Tag an. Dennoch verschätzen sich unsere Kunden teilweise gewaltig an der Größe unseres Trucks und Ihrer Menge an Möbel die Sie mitnehmen wollen wie kürzlich erst. Eine Kundin hatte einen Umzug in Auftrag gegeben bei dem Sie 8 Stunden angesetzt hatte. Tatsächlich waren wir nach 2,5 Stunden fertig.

„It´s the bush“

Am 02.03. kam ein Auftrag, welcher als Long Distance trip gekennzeichnet war. Der Kunde wünschte eine Abholung seiner ganzen Einrichtung und die Auslieferung an seinen neuen Wohnsitz, bei Brisbane. Da die Aufträge generell über unser Headquarter in Melbourne eingehen, wissen wir nie so wirklich genau was uns erwartet. Als Vermerk stand nur da, dass wir uns mit dem Nachmieter im letzten größeren Ort in Verbindung setzen sollen, also 70km vor dem eigentlichen Ziel, da es dort kein Mobilfunkempfang geben würde. Der Kunde würde jedenfalls bereits am Zielort warten. 295km Anfahrt in 4,5 Stunden und das Ganze nochmal zurück. Als letzter Hinweis stand auf unserem Auftragsbogen: „It´s the bush“



Am Morgen des Auftrags gings los, Abfahrt 6:30 Uhr. Das Wetter regnerisch, windig, leicht kühl. So juckelten wir mit unserem Truck über Toowoomba nach Dalby, dem letzten größeren Ort vor unserem Ziel. Das Wetter endlich sonnig und viel wärmer und trockener. Nach einer Frühstückspause bei Makkas (Die Aussie-Definition für McDonalds), gaben wir dem Nachmieter Bryan bescheid, dass wir auf dem Weg sind und gerade Dalby verlassen. So verließen wir die Stadt und waren prompt ohne Handyempfang, genauso wenig gab es einen Radiosender der uns noch den Rest über musikalisch begleiten würde. Das Radio suchte vergeblich nach einem Sender. Mit 110 Sachen brausten wir die letzten 65km unserem Ziel entgegen. An uns vorbei zogen mehrere Road-Trains, Trucks mit bis zu 3 Anhängern, welche unglaublich lang, schnell und gefährlich sind. Anders als in Europa, sind die Trucks mit bis zu 120km/h auf den Straßen Australiens unterwegs. Jedenfalls überall Natur wunderschön, unberührt, ausgetrocknet, teilweise auch Gebiete die beträchtlich von den Überflutungen betroffen waren und einige riesengroße Grundstücke, wo sogar Leute leben ;-) 




12km vor dem Ziel mussten wir von der Straße runter, da erwartete Bryan uns bereits auch in seinem Wagen, um uns zum Haus zu begleiten. Die Straße war unbefestigt, eine reine Sand- und Schotterpiste. Ein Wunder überhaupt dass die Straße bis zum Haus im Navi drin war. Unterwegs einige Bauarbeiter getroffen, zur Verwunderung dass überhaupt jeder Mensch, den man im Outback trifft neugierig schaut und immer, wirklich immer grüßt.
Das Haus, wenn man es noch als Haus bezeichnen 

kann, war eine einfache Wellblech- und Holzhütte auf Stelzen, mit 2 Satschüsseln auf dem Dach, und ein weiteres Haus welches nicht auf Stelzen war, dafür etwas mehr nach einem Haus aussah. Einige Hühner die dazu gehörten liefen rum und sonst war es still und ruhig. Grillenzirpen, Vogelgezwitscher, trockene und heiße Luft mit einer Brise.
Bryan, der Nachmieter, etwas älter, wahrscheinlich schon 65, erzählte uns dass er von Ipswich (ein Vorort von Brisbane) hier her zieht. Er liebt die Ruhe, die Natur, sein neues 1,2 Hektar großes Grundstück und die Isolation. Alles was das Grundstück verbindet ist ein Stromkabel und die Sandpiste. Kommunikation nach außen über die Satschüssel für Internet und Telefon, TV über die zweite. Einige Klimaanlagen, eingelassen in die einigen wenigen Fenster, mit meist nur einem Brett davor, welche den Tag in einigen Zimmer erträglich machen. Wasser kommt über Regenwassertanks in das Haus, gefiltert und mit Chlor beigemischt, trinkbar. Ziemlich Typisch für Hausbesitzer in Australien und ein „must have“ wenn man hier wohnen möchte. Australien fordert ja seine Mitmenschen zum wassersparen auf. Manche Grundstücke besitzen 2, 3 oder 4 solcher Tanks. Man weiß ja sonst nie wirklich wann es im Outback wieder regnet und sitzt sonst auf dem trockenen.


Nach 2 Stunden war der Truck voll und es ging Heimwärts, bzw. zum Kunden Michael. Bei der Ankunft stellte sich auch heraus dass Michael 2 Kinder hatte, zwischen 3 und 7 Jahren. Ich kann mir dabei kaum vorstellen wie Sie die Zeit dort empfunden haben. So wie er es uns vermittelt hat, hatte er nach 12 Monaten, die er dort verbracht hatte, genug von den isolierten Lebensbedingungen.
12 Stunden bezahlte Arbeit (186$) + 50$ Trinkgeld pro Person machten dies erst recht zu einem unserer besten Aufträge und Kunden. 

Sonstiges

Kürzlich hatte Diane, unsere Vermieterin, zu einer Tonga Party eingeladen. D.h. Dresscode römischer Stil. Also schnell das Bettlaken weg genommen und im römischen Stil umgebunden. Da die Töchter von Ihr wohl kein Facebook oder ähnliches haben, die Kommunikation nicht ganz läuft und ich keine Kamera dabei hatte, gibt es hiervon keine Bilder. Jedenfalls war dies mehr oder weniger ein Gag und gleichzeitig die Geburtstagsfeier von David, welcher uns beim Begrüßungs BBQ die Steaks grilliert hat. Es war sehr lustig, feuchtfröhlich und man hat Nummern getauscht. Sehr humorvoll und gute Trinker, die Australier. Dabei hab ich auch Christina, aus Weinheim (bei HD), kennen gelernt. Sie ist als Au-Pair bei einer befreundeten Familie von Diane.
Zwischenzeitlich war Janina in unserem Haus für eine Woche zu Gast, welche ich am Flughafen in Frankfurt kennen gelernt hatte. Gemeinsam mit Ihr und Ollie haben wir ein bisschen was unternommen, wie z.B. eine Stadtbesichtigung oder eine Tour an die Sunshine Coast. 

Weitere Planungen

Ich versuche nach wie vor meinen Geldbeutel aufzufüllen um im April/Mai weiter zu reisen. Die Arbeit macht mir soweit Spaß, obwohl es doch manchmal ganz schön anstrengend sein kann. Es bleibt aber auch genug Zeit für Ausflüge mit dem Truck (gesponsert von der Firma). Somit lerne ich mit der Zeit die Stadt besser und besser kennen und einige Leute hab ich ja bereits auch kennen gelernt :-)

Next update soon! :-)

06 Februar 2011

Brisbane Baby


Blogupdate aus Queensland

Ich fang am besten noch in Sydney vor 1 ½ Wochen an. Einige weitere Umzüge habe ich mit Dean zusammen erledigt. Dabei hatte Dean die Rolle des Foreman, welche er auch zu ernst genommen hat. Denn erstens hatte er es immer zu eilig, die Möbel mussten schnell raus wobei das eine oder andere Mal was beschädigt wurde. Weiterhin hatte er mich angeschrien und beleidigt, was ich dann auch getan habe und die Zusammenarbeit mit Ihm fast verweigert hätte. Er hatte sich nicht an die Regeln gehalten, was das Parken und absichern des Trucks betrifft und hat aufgrund der Höhe Schäden an Bäumen und Gebäuden eingefahren. Einparken in einer Hofeinfahrt, zählte zu seinen größten Schwächen, denn er brauchte teilweise bis zu 5min um überhaupt mal gerade zu stehen. Hilfe lehnte er unverschämt ab, er sei ja schließlich für den Truck verantwortlich, wobei er schon gegen die nächste Hauswand gefahren war. Er sagte mir zum Schluss, dass er in Brisbane nicht mir zusammenarbeiten würde, worauf ich nur ein lässiges „cool“ mit einem Grinsen von mir gab. Passte Ihm natürlich nicht. Nichtsahnend, dass ich Ihn nach diesem Auftrag nie wieder sehen würde.

Aussie Day

Der 26.01 eines jeden Jahres ist vergleichbar mit dem Indepence Day der Amerikaner. Es ist der Tag, der Australier, einfach bekannt unter Australia Day. Man zeigt Flagge, packt alles aus um sein Land zu präsentieren. Was wird an diesem Tag gefeiert? Der Ursprung des Australia Day liegt im Jahre 1787, in dem sich eine englische Schiffsflotte namens First Fleet mit 756 Strafgefangenen auf den Weg nach Australien gemacht hat. Die 11 Schiffe nahmen den Weg über Teneriffa und Rio de Janeiro und landeten letztlich in Sydney Cove, wo dann die erste Siedlung Australiens entstand. Diese ist, wie der Name es schon sagt, das heutige Sydney. Damit wurde der Grundstein für die “weiße” Geschichte Australiens gelegt. (Hab ich schön Copy + Paste gemacht).



Eine sensationelle Stimmung herrschte an dem Tag, welche bei hohen Temperaturen von 38 Grad und einer erdrückenden Luftfeuchtigkeit nochmals auf die Probe gestellt wurde. Verbracht habe ich diesen Tag mit meinen Karlsruher Mädels und einigen weiteren Deutschen. In ganz Sydney gab es Attraktionen für Klein und Groß. Bühnen, Liveshows, sogar ein A380 von Quantas hat man im Tiefflug durch den Harbour fliegen lassen. Fallschirmspringer und noch eine Flugeinlage mit Kampfjets des Militärs. Zum krönenden Abschluss gab es dann auch wieder ein Feuerwerk im Darling Harbour.  Bilder gibt’s im Facebook im Aussie Day Bilderalbum.




Die letzten Tage in Sydney

Letzten Endes hatte ich mich doch entschieden mit Oliver und Fragile Removals nach Brisbane zu gehen. Somit musste ich alle Hebel in Bewegung setzen und mich um eine Ablösung meines Zimmers in Maroubra kümmern. Denn beim Vermieter hatte ich eine Kündigungsfrist von 4 Wochen und er wollte sowieso, dass ich mich um eine weitere Person für das freie Bett bemühe. Seiner Profitgier war schon zu entnehmen dass er mich sonst lieber draußen sehen möchte. Dann hab ich Ihm angekündigt in den nächsten 2-3 Wochen ausziehen zu wollen, was Ihn etwas beruhigt hat. Allgemein im Haus war eine angespannte Stimmung, da eines unserer Pärchen im Haus sich nicht an den Haushaltsplan gehalten hat. Es wurde nicht abgespült, kein Bad geputzt oder Müll aus dem Haus von denen getragen. Die Frechheit (im Auge des Vermieterehepaares) auch noch 2 mal am Tag ein Vollbad zu nehmen sprengte dann natürlich alles. Mieterhöhung (für mich nicht), tägliche Kontrolle des Hauses und sogar die Zimmer wurden ungefragt betreten. Man nimmt sich als Hauseigentümer wohl einfach das Recht die Zimmer zu betreten wie man will da man uns misstraute. Somit weine ich meinem alten Zimmer keine Träne nach, als ich am Dienstag den 1.2 auszog.
Meine Nachmieter, 1 Französin und 1 Franzose aus Paris, hatten sich auf meine Ad gemeldet und haben Sonntags auch schon den Mietvertrag unterschrieben. Zu meinem Glück, denn so war ich aus dem Zimmer rechtzeitig draußen.  Danach hieß es: Goodbye Maroubra, goodbye Sydney. 

Roadtrip to Brisbane

Am Dienstag den 1.2 war es dann soweit, meine Sachen waren gepackt, Oliver holte mich mit dem Fragile Removal Truck ab und es konnte los gehen. Zu meiner Überraschung ohne Dean und seinem Kumpel, denn Oli hatte Sie kurzfristig entlassen. Begründung: Zu viele Schäden, unsaubere Arbeitsweise,  unordentlich, da der Truck nie aufgeräumt war und er hat seine Rolle einfach zu ernst genommen. 



950km Strecke auf dem Pacific Highway 1, 13 Stunden Fahrt und Temperaturen zwischen feuchten 28 und staubtrockenen 43 Grad. Um 0:30 Uhr Ortszeit (Zeitdifferenz -1 Stunde zu Sydney) erreichten wir Brisbane. Die Nacht verbrachten wir im Truck, da wir für unser neues Domizil noch keine Schlüssel hatten. Insgesamt hatte ich vllt. eine Stunde geschlafen, da es einfach zu heiß und zu feucht war. Komplett verklebt und verschwitzt und Stechmücken ohne Ende. Sogar ein Opossum leistete mir Zeitweise Gesellschaft und wartete geduldig auf etwas zu essen. Hatte natürlich nichts. 



First days in Brisbane

Am kommenden Morgen, nahm ich bei Sonnenaufgang das Haus von außen unter die Lupe. Etwas enttäuscht über den Zustand, kam ein Mann zum reinigen der Küche und des Bades. Denn erst kurz davor sind Möbelpacker einer Umzugsfirma aus dem Haus ausgezogen. An sich war das Haus in einem echt widerlichen Zustand. Teppichboden dreckig, Küche sah aus wie Saus und Braus und das Bad, hier hör ich einfach mal auf. Ein weiterer Mann einer Teppichbodenreinigungsfirma machte sich dann zum Glück ans Werk, während uns die Vermieterin anschließend aufsuchte und uns zum Frühstück in ein nahe gelegenes Café begleitete. Diane, Mutter von 4 Töchtern, schon um die 50 Jahre alt, sehr freundlich. Plant das Haus in einem halben Jahr abzureisen. Hatte es sogar kostenlos Leuten angeboten die von den Fluten fliehen mussten, die aber aufgrund des Zustand das Haus ablehnten, was ich selbst nicht mal verstehen kann. Sie ist eine sehr nette und hilfsbereite Person. 



Am selben Tag hatte Sie uns Abends zu einem Aussie BBQ in Ihr Haus eingeladen, um uns mit Ihrer Familie bekannt zu machen. In der Zwischenzeit hatten wir das Haus auf Vordermann gebracht. Es ist wirklich nicht schwer aus einem Saustall ein einigermaßen bewohnbares Haus zu machen. Mit Chlorhaltigen Putzmitteln, Schwämmen und Bürsten, ein bisschen Wasser und einer neuen Klobrille ließen sich alle wichtigen Mängel beseitigen. Der Reinigungskerl und der Teppichreinigungsmensch hatten ebenso gute Arbeit geleistet. Diane stellte uns sogar einige Möbel, die Sie in einem Lager hatte, zur Verfügung. Somit bin ich mit einem Bett, Kommode, Lampe und Ventilator ausgestattet. Oli hat in seinem Zimmer sogar eine Klimaanlage, aber er ist ja auch der Chef. 



Abends ging es dann zur Familie von Diane. Sie hatte uns mit Ihrer 17-jährigen Tochter Vianna abgeholt. Als Mitbringsel ein 24er Pack Bier für uns und eine Flasche Weißwein für Diane. Zugegeben hatte ich dann die Namen der weiteren 2 Töchter und den restlichen 4-5 Herrschaften und 2 Hunden dann auch schon vergessen. Dennoch wurden wir herzlich empfangen und eingeladen desöfteren doch vorbei zu schauen. Aufgetischt wurden ordentlich gegrillte Steaks, mit Salat, Brot und viel Bier. Mein erstes Aussie BBQ. Einfach nur toll und richtig familiär. Wir haben gelacht, gerülpst, getrunken, ja man hat mich als Amerikaner anfangs abgestempelt aufgrund meiner englischen Aussprache. Dennoch wurde schnell klar gestellt woher ich komme und schon kam aus jeder Ecke einige gelernte deutsche Wörter raus. 

Diane, Vianna und Ich.


Wetter

Grundsätzlich das momentan am meisten diskutierte Thema in Bezug auf Australien. Was aktuell so abgeht, ist wohl durchaus auf den Klimawandel zurück zu führen. Obwohl dass keiner wahr haben will, sogar die Australier selbst haben mit so einer enormen Naturgewalt bislang noch nie solche Probleme gehabt wie jetzt. Umso überraschter war ich, wie groß doch die Hilfsbereitschaft der Australier untereinander ist. Im Internet häufen sich die Angebote nach einer kostenlosen Unterkunft für  nun Obdachlose. Definitiv wird keiner im Stich gelassen. Die Wetterkatastrophe macht sich preislich beim Obst und Gemüse deutlich bemerkbar, denn 100%ige Preissteigerungen oder mehr beim ohnehin für deutsche Verhältnisse teuren Lebensmitteln sind keine Seltenheit. So bin ich auf Kirschen gestoßen, die mit 35$ pro Kilo praktisch Luxus waren. Woanders bin ich dennoch auf welche gestoßen die für lockere 15$ das Kilo angeboten wurden.
Hier in Brisbane war vom Zyklonen außer den heißen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit nichts zu spüren. Kein Wind. Von den Überschwemmungen vor knapp einem Monat ist in der Stadt auch nichts mehr zu sehen. Die Aufräumarbeiten sind offensichtlich abgeschlossen und die Stadt geht Ihrem Alltag nach.
Ich bin immer wieder überrascht jedoch, wie schnell sich die Wetterverhältnisse ändern können. Heiss, warm, feucht, trocken, bewölkt, windig, windstill und dann immer zwischen 26-40 Grad. 



Tierisch…

geht es auch im und ums Haus herum zu. Ich bin ja schon einiges gewöhnt, aber das Haus lebt förmlich. Zwischen dem Dach und meiner Decke wohnen unsere Mitbewohner, 2 Opossums. Sind manchmal ziemlich launisch und nutzen gerne das Telefon/Stromkabel zum Mast um das Haus zu verlassen. Gerne aber auch den direkten Weg über das Dach an meinem Fenster vorbei in die Bäume. Nachts lauern Sie am Zaun und hoffen auf eine delikate Spende in Form von Brot oder was auch immer. Anständig sind Sie zumindest, machen Nachts dennoch oft Radau über meinem Kopf. 

Rutli unser Hausgecko


Weiterhin sind ordentlich viele und große Spinnen am start, die sich ruck zuck vermehren und auch nicht zu klein werden. Die eine oder andere Kröte verirrt sich auf den Rasen, die Straße oder auf die Treppen unserer Eingangstür. Nützlich und schön anzusehen ist Rutli, unser Gecko, benannt nach unserer Straße (Rutland Street). Bin gespannt was sich sonst noch hier rumtreibt.

Hochseilakt, ein Opossum überquert die Straße auf seine Art



Homebrew Action

Die aktuellen Bierpreise sind jedem Deutschen in Australien ein Graus, auch Oliver teilt mit mir dieselbe Meinung. Ein Trend, der in Australien immer mehr Anhänger findet, ist das Homebrewing. Bier selbst gemacht. Für Dummies wie wir, gibt es dementsprechend auch ein Kit. So zögerten wir nicht und machten uns in den Nahegelegenen Kmart, um eines der 85$ Homebrew Kits zu ergattern. Ein 25 Liter Eimer mit Zapfhahn, genug PET Flaschen, Biermalzmischung, Hefe usw.



Mit der beigelegten DVD wird schnell und simpel erklärt wie man das Zeug anmischt. Laut Anleitung soll man die Brühe mit der Hefe bei einer Temperatur zwischen 18-27 Grad ruhen lassen. Dumm nur dass es durch die Aussentemperaturen von minimal 26 Grad nie wirklich unter 28 Grad kommt. Wir beobachten das Ganze noch ein paar Tage und beginnen etwas früher als geplant mit der Abfüllung in Flaschen. In der Hoffnung dass wir in 2-3 Wochen unser eigen gebrautes frisch trinken können. Unser Brauergebniss gibt’s dann hoffentlich demnächst frisch serviert im Blog zu begutachten.



Soviel zum aktuellen Stand der Dinge. Ich versuche demnächst auch noch Themenbezogen Beiträge zu verfassen. Gerne gehe ich auf Dinge ein die euch vllt. interessieren könnten. Einfach bescheid geben.

Grüße aus Coorparoo

21 Januar 2011

Neuigkeiten aus Sydney

New Years Eve

Erst einmal wünsche ich euch allen nochmals ein frohes neues Jahr. Ich habe meinen Jahreswechsel praktisch alkoholfrei und bei knapp 22 Grad gut hinter mich gebracht auch wenn meine Geduld kurz vor 12 dann auch fast am Ende war.


Zwischen Weihnachten und Neujahr herrscht in Sydney definitiv ein gewisser Ausnahmezustand, denn jeder möchte einfach hier sein. Das merkt man erst mal daran dass die Preise für Hostels in die Höhe schießen. Hat man noch vor Weihnachten für ein Bett in einem 4-Bett/6-Bett Zimmer pro Nacht ca. 25-35 AU$ gezahlt, so waren die Preise danach bei ca. 45-65AU$. Für die zu-spät-kommenden ein Biss in den sauren Apfel, denn Alternativen sind keinesfalls günstiger, auch nicht weiter außerhalb von Sydney. Scharenweise Touristen, Backpacker oder einheimische aus benachbarten Städten, die Stadt befindet sich zu der Zeit im Ausnahmezustand.


Dementsprechend war die Lage an New Years Eve. Mein roommate Hendrik und die Dani hatten sich dazu entschlossen, am 31.12 um 05:30 Uhr aufzustehen, um zumindest eines der Besten Plätze für das Silvesterfeuerwerk zu ergattern. Ich hatte mich zähneknirschend angeschlossen, da ich auch der Überzeugung war, dass es bessere Plätze gibt um das Spektakel im Hafen von Sydney beobachten zu können. Gesagt getan, wir standen um 7:30 Uhr in einer Schlange von bereits 150 wartenden Leuten an um in den Botanic Garden Tarpeian Way zu gelangen. Jeder Ort von dem man das Silvesterfeuerwerk beobachten konnte, hatte so seine Vor- und Nachteile. So war die Anzahl der Personen die bei uns reingelassen wurden auf 6000 Personen begrenzt. Weiterhin durfte man seine eigenen alkoholfreien Getränke und Essen mitnehmen. Kein Glas und alle Flaschen mussten noch verschlossen/versiegelt sein, denn man hätte ja auch sonst Wodka in eine Wasserflasche einfüllen können. Jedoch gab es bei uns Toiletten, Imbissbuden und Alkoholausschank. An anderen Orten wiederum hätte man alles mitbringen dürfen oder noch weniger, an manchen wurde sogar Eintrittsgeld verlangt. So ist das nun mal. Anbei noch ein Kartenausschnitt wo wir saßen.


Unsere frühe Ankunft hatte sich jedenfalls ausgezahlt, denn somit konnten wir ab halb 11 nachdem die Leute eingelassen wurden, uns einen schattigen Platz unter einem Baum sichern. Zum Pech der danach kommenden Leute, denen nichts anderes übrig blieb, sich der Sonne von 11 Uhr bis 18 Uhr auszusetzen. Dennoch mussten wir die letzten 2 Stunden in der prallen Sonne ausharren, da selbst der Baum dann auch zu hoch seine Blätter hatte. Mit etwas Einfallsreichtum konnten wir uns aber einen Sonnenschutz aus einem Bettlaken basteln.


Um uns herum bildeten sich mehr und mehr Menschenmassen, da man selbst nicht überall im abgesperrten botanischen Garten einen Blick auf die Harbour Bridge bekam. Auf eine penetrante Art, wurde Einem mehr und mehr der Raum auf seinem schönen ergatterten Platz genommen. Jeder Quadratzentimeter wurde ausgefüllt. Zum Glück war dann auch das Feuerwerk nicht mehr fern.
Um 21 Uhr gab es dann das Erste Feuerwerk für die Kleinen Zuschauer und um 0 Uhr ein 12 minütiges Feuerwerk der Extraklasse. Nur für diesen Moment 18,5 Stunden vorher aufzustehen, hat sich für das eine Einzige Mal definitiv gelohnt. Nach einem einstündigen Fußmarsch zur Central Station, nahmen wir unseren Bus nach Hause und landeten um 2 Uhr Ortszeit erschöpft im Bett.

 
Zwischenzeitliches

In der Zwischenzeit von Neujahr bis Heute ist nicht viel spannendes passiert. Ich habe einige Ausflüge gemacht, habe mir den Fishmarket von Sydney angeschaut, bin schwarz mit der Straßenbahn gefahren (nein nicht erwischt worden), ein Ausflug mit der Fähre nach Manly, habe einige alkoholreiche Erlebnisse mit dem hier bekannten Billigwein „Goon“ gehabt und ja meine roommates Hendrik und Dani haben mich am 16.01 verlassen. Diese sind mit einem Mietwagen nach Melbourne aufgebrochen und werden anschließend 2 Wochen Tasmanien bereisen.

 Frische lebendige Krebse vom Fischmarkt... delicious

Fährfahrt vom Circular Quay nach Manly
 Der Strand von Manly - zu dem Zeitpunkt mit Badeverbot aufgrund der starken Wellen
Füttern von Kakadus im Botanic Garden
Sydney Botanic Garden with a view on the Opera House and Harbour Bridge
Mit meinen weiteren Mitbewohnerinnen aus Irland haben wir das eine oder andere Mal auch bereits was unternommen. So haben wir einen Abend mit Ihnen im Irish Pub verbracht und auch zum Abschied von Dani und Hendrik gekocht. Sie für uns Irish Stew und wir für Sie badische Apfelküchle :-)

Meine badischen Apfelküchle


Job

Jobtechnisch kann ich wiederum mehr erzählen. Aus dem Wäschereijob ist leider nichts geworden, weil sich schlicht und einfach keiner gemeldet hat, ich mich aber auch nicht. Nach dem Telefonat mit der Umzugsfirma, wurde ich Sonntags darauf von Oliver zum Jobtraining am nächsten Morgen eingeladen. Oliver ist ein cooler und lässiger Kerl, stammt aus Südwestengland und arbeitet für „Fragile Removals“ seit knapp einem halben Jahr. Er ist 30 Jahre alt und wie ich, mit dem Work & Holiday Visum hier. Der Hauptsitz der Firma ist in Melbourne und Oli ist erst seit 3 Wochen in Sydney, wohnt vorrübergehend in einer WG. Er wurde hier her geschickt um bei neu gewonnene Kunden die Aufträge auszuführen und neue Leute zu rekrutieren.
Am Tag des Jobtrainings fanden wir uns alle an seinem Lieferwagen/Truck ein, um schon mal eine Vorstellung zu haben, was bzw. wieviel transportiert werden kann. Insgesamt waren 10 Leute da die arbeiten wollen. 3 verabschiedeten sich aber auch gleich, weil Sie andere Vorstellungen von dem Job hatten. Der Rest, bestehend aus 2 Italienern, 2 Engländern, 2 Iren und mir blieb. Ein paar Worte über die Bezahlung, der Ablauf eines Auftrags, die verschiedenen Rollen der Mitarbeiter und schon durften wir probeweise die Möbel der WG sicher verpacken und raustragen. Zum Abschluss gabs für jeden ein kühles Bier und die Sympathie war untereinander da. Da nur ein Truck aktuell zur Verfügung stand und noch nicht genug Aufträge da waren, kam jeder abwechselnd dran.

In Australien wohnhaft - Zuhause in Baden ;-)
7 Tage später ging es mit dem ersten Auftrag für mich los. Mit Dean, einer der Iren, und Oliver ging es um 7:00 Uhr in den Stadtteil Pyrmont zum Kunden. Ein schickes modernes Hochhaus mit Penthousewohnungen und einen unglaublich geilem Blick auf die Harbour Bridge und die Skyline von Sydney. Der Kunde, ein junger asiatischer Geschäftsführer eines Mobiltelefongroßhandels zieht mit Frau und Baby aus dem 17. Stock, in die Dover Heights in eine 3 stöckige Luxushütte. Insgesamt waren wir 11 Stunden inkl. Fahrzeit mit dem Auftrag beschäftigt. Aber es ist aufregend und toll gewesen, zu sehen wie manche Häuser und Wohnungen von innen aussehen.

Blick aus der alten Wohnung des Kunden

Dean und Oliver, meine Kollegen beim sichern der Ladung
Darauf folgten bis jetzt noch 2 weitere Aufträge, obwohl ich mich in der Zwischenzeit dann doch etwas gelangweilt habe und auch schon dabei war für andere Jobs zu bewerben, bis Heute! Oliver kam vorbei um mir meinen Lohn auszuzahlen. Dabei fragte er mich ob ich Lust hätte nach Brisbane zu gehen. Ich war erst mal irritiert und er klärte mich auch gleich auf. Durch die Flutkatastrophe kürzlich sind sehr viele Anfragen/Aufträge eingegangen, welche „Fragile Removals“ in Melbourne dazu bewegt hat kurzerhand 2 weitere Trucks zu entsenden und diese in Brisbane einzusetzen. Da es dort aktuell kein Team gibt, soll Oliver das Ganze übernehmen und er möchte dass ich mit Ihm und den anderen mitkomme und dann auch gleich zum 31.01. Da diese Nachricht noch Ofenfrisch ist und ich um ein entsprechendes finanzielles Angebot hierfür gebeten habe, wird sich zeigen was kommt. Ich für meinen Teil, bin zum 1000km entfernten Roadtrip und einem neuen Abenteuer in Brisbane bereit.  Wenn es soweit ist, lass ich es euch natürlich wissen. :-)


Bis dahin – have a good one.

Oli beim posen, vor der neuen Villa des Kunden